Morgens, wo ich mich für die Schule fertig mache und mich umziehe, sehe ich meinen Arm. Ich bin schockiert. Nein, das kann doch nicht wahr sein. So viel habe ich mich doch nicht geschnitten. Doch die Wahrheit ist nicht zu verstecken, ..nicht zu verleugnen. Mein halber Unterarm ist mit Schnitten und Narben versehen.
Ich schneide mich nicht viel im Gegensatz zu anderen. Aber im Gegensatz zu mir und den letzten Jahren schon. Ich hab Angst, dass es mehr wird. Angst, dass ich das bald nicht mehr kontrollieren kann. Angst.. vor mir selbst.
Ich muss das stoppen, ich muss versuchen damit aufzuhören und anders in solchen Situationen klar zu kommen. Was mache ich im Sommer, was mache ich, wenn es viel zu warm ist, um eine Jacke anzuziehen? Wenn ich das alles nicht mehr verstecken kann? Vor allem was ist, wenn ich M. begegne? Er wird mich dann noch weniger wollen... Was wird er denken? Was wird er sagen, wenn überhaupt? Ich will mir das gar nicht vorstellen. Aber ich bin es ja selber Schuld. Wieso beklage ich mich eigentlich. Ich mach doch nur alles möglichste, damit mich keiner liebt. Er wird mich nicht lieben. Nicht jetzt, nicht wenn wir uns sehen und auch nicht in ein paar Monaten. Was mache ich eigentlich noch hier? Worauf hoffe ich denn noch? Auf nichts..

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