Dienstag, 29. Januar 2013

Wir sind beim Vater von L., weil wir auf seine Stiefschwester aufpassen. Als sie dann am Schlafen ist, lege ich mich ins Gästebett. Wie immer strömen mir tausend Gedanken durch den Kopf, wenn ich einschlafen will. Da fällt es mir ein. Als L. bei seinem Vater wohnte, hatte er eine Freundin. Und dann hatten sie auch auf diesem Bett Sex. Ich schrecke auf. Ich komme nicht klar mit dem Gedanken. Fange an zu hyperventilieren und dränge mich so nah wie es geht an die Wand. Bloß nicht das Bett berühren. Bloß nicht berühren. L. kommt ins Zimmer gerannt "Was los? Was ist los?" Er versucht mich aus der Ecke zu ziehen und in seine Arme zu nehmen. "Was ist denn bloß los?", fragt er ganz aufgebracht. Ich kann kaum atmen, also noch weniger sprechen. Das einzige was ich rauskriege ist "Als du hier gewohnt hast." Vermutlich wusste er, was ich meine, denn er fragt "Möchtest du bei mir zuhause schlafen?" Ich schüttel den Kopf. "Möchtest du im anderen Gästebett schlafen?" Ich nicke. "Okay. Dann warte kurz. Ich red mit meinen Bruder." Er geht aus dem Raum und ich höre wie er seinen Bruder fragt. "Wieso?" - "Mh.. Sie hat ein kleines Problem damit. Ist das ok?" Ich höre nicht seine Antwort, aber L. kommt wieder und wir legen uns ins andere Bett. Heulend verkrampf ich mich zusammen und fang an zu kratzen. 

Am nächsten Tag bin ich noch etwas enttäuscht und sag kein Wort. Als wir ins Auto steigen, um zu ihm nach Hause zu fahren, fragt er mich "Was ist denn los? Du ignorierst mich schon den ganzen Morgen." In mir staut sich alles auf. "Was los sein soll? Was looos sein soll, fragst du mich? Ach was soll schon sein. Du schleppst mich überall hin, wo du mit deinen Exen warst. Du lässt mich in den Betten schlafen, wo du mit deinen anderen gefickt hast!" Er schaut entsetzt und ihm fehlen glatt die Worte. "Was soll ich denn tun? Was soll ich denn dagegen machen. Ich kann doch nicht überall neue Möbel hinstellen, nur weile alle meine Exen, sie schon berührt haben." - "Ich weiß doch, dass du daran nichts ändern kannst. Nur der Gedanke allein. Kannst du mich da nicht verstehen? Kannst du dich nicht in mich hinein versetzen? Dieser Gedanke, dass ich irgendwo liege und dass da schon ein anderes Mädchen nackt lag und für dich gestöhnt hat. Kannst du mich nicht verstehen, dass mich das kaputt macht?!" - "Nein, kann ich nicht, aber es tut mir doch Leid. Wenn ich könnte, würde ich die Zeit zurückdrehen und alles ändern! Aber ich kann es nicht." - "Wie gesagt, das weiß ich doch. Aber es ist alles in meinem Kopf und es geht nicht weg! Es geht einfach nicht weg! Ich weiß, dass du nichts daran ändern kannst. Aber es macht mich kaputt! Nur ich alleine muss damit klar kommen!" Er schaut mich traurig an und überlegt. "Wir müssen damit klar kommen.", sagt er und senkt seine Stimme. "Nein. Nur ich..." - "Aber ich muss mich um dich kümmern..."

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